In meine Kehle ist ein Stein gefallen.
Wann hört diese Stummheit auf. Wann hebt sich dieses Gewicht. Der Stein, der genau die Form hat meines Mundes.
Der Stein, der die offenste Stelle ausfüllt.
Wann wird das Wortwasser stark genug, dass es nicht länger halbstark um den Stein herum seine Umwege sucht, sondern mitten aus der Kehle hervorkommt und den Stein anhebt. Geht das? Oder so: sich sammeln so lange unter der Schwere, sich sammeln so lange und immer wieder kommen, wieder gehen, wieder kommen, immer wieder anbranden, immer wieder sich sammeln – dass der Stein dann zu schwimmen anfängt?
Aber er ist zu schwer für meine Stimme. Meine Stimme will ihn nicht tragen. Er drückt in meine Offenheit hinein.
Er ist mir zu nah.
Da ist nichts zwischen dem Stein und den Schleimhäuten meines Rachenraumes.
Genau auf der Stelle ist er gelandet, aus der ich ein Geschenk geben wollte. Aus der ich zwischen offenen Armen etwas hinausschenken wollte. Da landet der Stein drauf.
Wie komme ich am Stein vorbei, gibt es ein Vorbeikommen? Gibt es ein Ohne-ihn? Er drückt mir auf die Luftwege. Muss meine Sprache immer gurgeln und stolpern und schwer gehen, und ich kann auch noch so laut schreien, der Stein ist noch hier. Er ist mein Stein. Ich mühe mich ab an ihm. Ich versuche, ihn loszuwerden, auszugurgeln. Aber das geht nicht. Es gibt meine Stimme, meine Sprache nicht ohne den Stein.
In meine Kehle ist ein Stein gefallen. Jetzt ist er da.