Zusammen mit müden Menschen unter müdem Licht im Bus – mein Körper tut weh, der Schmerz sitzt im Kreuz. Dann die Strecke schaffen zwischen Bus und Zug – Schritt vor Schritt setzten auf den Morgen, der da erstarrt im Asphalt liegt.
Die Härte, die Kanten – so viele Kanten –, die rechten Winkel und Stahl, Beton, Glas: mir tut alles weh. Alles ragt in mich hinein, als hätte ich keine Haut. Aber was wäre eine menschliche Haut schon gegen die Stadtgewalt.
DIE BIENE, DIE IN DER BLUME EINSCHLÄFT. The bee, falling asleep in the flower. Den Satz habe ich gestern in einem Podcast mit Andrea Gibson gehört. Wenn ich rigide werde wie die Strassen, durch die ich stolpere; wenn ich in mir nicht mehr meine eigene Körperwärme spüre, sondern nur das Dröhnen und Zusammenprallen zu vieler Ecken. Dann klammere ich mich an diesen Satz: The bee, falling asleep in the flower, the bee, falling asleep in the flower, the bee… wiederhole die Worte als mein Mantra, denn sie erinnern mich an etwas. An den Worten klebt eine Süsse, eine Feinheit, die ich so sehr brauche. Ich kriege einen Zipfel Seele zu fassen und beginne, sie sachte wieder in mich hineinzuziehen – mein Seelentuch, das sich im Schreck über die Hässlichkeit und Härte irgendwo andershin verflüchtigt hat, und in mir zurück blieb ein leergelassener Raum, der Überwältigung durch das Aussen schutzlos preisgegeben. Aber the bee, falling asleep in the flower… sie bringt mir einen Streifen Seelentuch wieder zurück, und ich hab es zwischen meinen Fingern. Ich ziehe es, streichle es zurück in mich, rede ihm gut zu, bis es sich in mir wieder ausbreitet.