Der Stift ist meine Landebrücke. Das Papier mein Stück Welt, auf dem ich lande. Ohne Stift würde ich wegfloaten und fände keine Anbindung an die Welt. Oder wenigstens: an diesen kleinen Landeplatz auf meinem Schreibtisch. Ohne Stift wäre ich stumm. Alles waberte und schwebte und wartete in mir weiter so vor sich hin. Es müsste ungesagt bleiben, und ich würde in meinem Ungesagten ertrinken.
Ich wäre ein Schiff, das keine Seile mitführt, und in einer Entfernung vom Ufer auf den Wellen schaukeln bliebe: Niemand könnte aussteigen und an Land gehen; es gäbe keinen Austausch an Gütern. Das Schiff müsste auf immer so weiterschaukeln, nah am Ufer, aber doch zu weit weg. Es wäre ein verlorenes Schiff. Es müsste im Wasser verloren gehen. Mit der Zeit würde es morsch, seine Ladung modrig. Das Wasser würde sich das Schiff zurückholen und das Schiff würde sich wenig weigern. Es wäre ein angenehmes Aufgeben für das Schiff. Ein Loslassen. Das Schiff würde im Wasser auseinandergehen und müsste nichts mehr tragen, nichts mehr halten. Alles gäbe es dem Wasser. Die Wände seiner Kabinen und Kammern, die Stauräume und Ladeflächen würden sich aufweichen und auseinandergehen, und es sänke immer tiefer und ginge schliesslich im Schlammsand auf Grund.
Ohne Stift würde ich dem Festland abhandenkommen.
Mein Stift ist mein Landesteg, ist mein Seil, das mich hier hält.
Auf ihm laufen meine Worte an Land.